Statement des Arbeitskreis »Gegen das Vergessen« zum »Runden Tisch« am 10.07. in Lage

Der Arbeitskreis »Gegen das Vergessen« steht geschlossen hinter jedem seiner Mitglieder. Allerdings ist der Arbeitskreis kein eingetragener Verein mit Satzung, sondern lediglich eine Gruppierung Ehrenamtlicher, in der es natürlich unterschiedliche Ansichten, Interessen und Handlungsweisen unter den Mitgliedern gibt. Unsere gemeinsame Arbeit beruht auf gegenseitigem Respekt vor der Meinung der anderen. Konsens ist, dass es nicht darum geht, Andersdenkende auszuschließen und vor den Kopf zu stoßen.
Die Mitglieder des Arbeitskreises eint die Auffassung, dass sich die NS-Zeit nicht wiederholen darf und dass es dazu einer breiten Aufklärung und Information über Rassismus und Diskriminierung bedarf. Dazu gehört nicht nur die Begegnung mit der Vergangenheit sondern insbesondere auch die Auseinandersetzung mit aktuellen Themen. Zu diesem Zweck organisierte der Arbeitskreis bisher zahlreiche öffentliche Informationsveranstaltungen mit Referent_innen aus verschiedenen Fachgebieten.

Mit dem „Runden Tisch“ am 10.07. in Lage beabsichtigte der Arbeitskreis, engagierte und insbesondere politisch verantwortliche Menschen aus Lage und Umgebung zusammenbringen, um über ein Thema zu sprechen, bei dem der Arbeitskreis Handlungsbedarf sieht: Die Problematik der Pauschalisierung von Zuwanderern aus Osteuropa als Sinti und Roma. Damit verbunden gab es in diesem Jahr des Öfteren Vorwürfe gegenüber diese Bevölkerungsgruppen, die unreflektiert in die Öffentlichkeit getragen wurden.
Es ging keinesfalls darum, jemanden unter einen Hagel von Vorwürfen zu stellen. Bitter aufgestoßen ist dem Arbeitskreis allerdings, dass trotz persönlicher Einladung an zahlreiche Ratsmitglieder und Parteiangehörige, Vereine und Initiativen aus Lage, außer Vertreterinnen vom Kommunalen Integrationszentrum des Kreis Lippe niemand zu dem Gesprächsangebot erschienen ist.

Dass es keine Probleme in Lage gäbe, ist nicht wahr. Richtig ist aber, dass es keine Probleme gibt, die allein einer Bevölkerungsgruppe zuzuschreiben sind. Gesellschaftliche Probleme sind immer Probleme des Miteinanders und sollten auch gemeinsam gelöst werden – nicht durch Ausgrenzung oder Vorwürfe. Dazu ist der Arbeitskreis „Gegen das Vergessen“ mit allen demokratischen Kräften bereit. Genau, wie man der Bevölkerungsgruppe der Zuwanderer oder der Sinti und Roma nicht pauschal etwas unterstellen kann, kann und will man natürlich auch nicht alle Lagenser Politiker über einen Kamm scheren. Der Arbeitskreis »Gegen das Vergessen« beabsichtigt nicht, jemanden pauschal anzugreifen. Es sollte lediglich zu mehr Sensibilität für das Thema, gerade bei öffentlichen Aussagen, aufgerufen werden.

Als Ergebnis des Zusammentreffens am Dienstag, den 10.07. wurde ein Katalog von Handlungsoptionen erstellt, die nach und nach angestoßen werden sollen und den Schwierigkeiten in Lage auf gesellschaftlicher und politischer Ebene entgegenwirken werden. Da dies nicht ohne eine Kooperation aller Beteiligten funktionieren kann, erhofft sich der Arbeitskreis »Gegen das Vergessen« Dialog und Kooperation von politisch und gesellschaftlich Engagierten in Lage – auch nach diesem schwierigen Start.

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