Vortrag: Das KZ-System der Nationalsozialisten am Beispiel des KZ Sachsenhausen

Ort und Datum der Veranstaltung: 

Di, 04.09.2018, 19:00 Uhr / VHS Lemgo

Der Vortrag:

Der »Machtergreifung« der Nationalsozialisten 1933 folgten Staatsverbrechen, die mit einem Verlust an Menschlichkeit, Zivilisation und Kultur einhergingen und denen später Millionen von Menschen zum Opfer fallen sollten. Die frühen Konzentrationslager, eingerichtet von der SA, waren ein zentrales Element des Terrorsystems der Nationalsozialisten. Kurz nach der »Machtergreifung« wurde ein flächendeckendes Netz von Lagern errichtet, wobei vorhandene Gefängnisse, Lager, Klöster und Fabriken
umfunktioniert wurden. Erst nach dem sogenannten Röhm Putsch (1934) ging die komplette Organisation und Verwaltung der Konzentrationslager in die Verantwortlichkeit der SS über. Das KZ Sachsenhausen war, aufgrund seiner Nähe zu Berlin, besonders geeignet dafür, ein Zentrum des Verwaltungsapparats der nationalsozialistischen Konzentrationslager zu werden. Es war das Hauptquartier des Inspektorats der Konzentrationslager. Als Vorzeige- und Ausbildungslager der SS wurden dort auch zukünftige Lagerfunktionäre und -kommandanten ausgebildet. Zwischen
1936 und 1945 waren im KZ Sachsen hausen mehr als 200.000 Menschen aus
ca. 40 Nationen inhaftiert.

 

 

Der Referent:

Günter Morsch war bis 2018 Leiter der Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen und zugleich Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten. Er ist Professor am Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft der FU Berlin und Mitarbeiter der dort angesiedelten Arbeitsstelle Nationale und Internationale Gewerkschaftspolitik. Des Weiteren ist oder war er Mitglied in mehreren Beratungsgremien, u. a. Kuratorium der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Fachkommission der KZ-Gedenkstätte Neuengamme (Vorsitz), Gedenkstätte Friedhof der Märzgefallenen
und Gedenkstätte Haus der Wannsee-Konferenz.
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