25.04. Vortrag: »Blut am grünen Waffenrock – Die Ordnungspolizei im Nationalsozialismus«

Ort und Datum der Veranstaltung: 

25.04.2018, 19:00 Uhr / Gemeindehaus ev.-luth. Kirchengemeinde, Sedanplatz 4, Lage

Der Vortrag:

Oft gerät heute in Vergessenheit, dass die nationalsozialistische Vernichtungspolitik sich nicht nur in den Gaskammern von Auschwitz-Birkenau vollzog und dass die Verantwortlichen nicht nur die weltanschaulichen Überzeugungstäter der SS oder der Gestapo waren. Eine zentrale Rolle spielte auch die grün uniformierte Ordnungspolizei. Sie begleitete nicht nur die Deportationszüge in die Vernichtungslager – die militärisch ausstaffierten Polizeibataillone waren vielmehr selbst an beispiellosen Mordaktionen und Massakern beteiligt. Nicht weniger als 600.000 Verfolgte und Regimegegner_innen starben direkt von der Hand uniformierter Polizisten. Ohne sie wären die bis heute unfassbaren Dimensionen der Shoah kaum denkbar gewesen. In der historischen Forschung ist die Ordnungspolizei daher als das „Fußvolk der ‚Endlösung‘“ bezeichnet worden. Unter welchen Umständen entwickelten sich also die Polizeiverbände und viele der darin diensttuenden Polizisten zu loyalen Handlangern der Shoah?

Der Vortrag von Michael Sturm widmet sich dieser zentralen Tätergruppe der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik. Er skizziert zum einen die von der Ordnungspolizei begangenen Verbrechen und geht zum anderen der Frage nach, wodurch das Hinnehmen und Mitmachen zahlreicher Polizisten bedingt war. Welche Rolle spielten Korpsgeist und Gruppendruck, welche Bedeutung kam ideologischen Überzeugungen zu? In einem dritten Teil soll die juristische und erinnerungskulturelle Auseinandersetzung mit der Ordnungspolizei des Nationalsozialismus dargestellt werden.

Der Referent:
Michael Sturm ist Historiker und forscht zu den Themenschwerpunkten Neonazismus und Rechtspopulismus, Erinnerungskulturen und Geschichtspolitik, Polizeigeschichte der Bundesrepublik und Protestgeschichte. Er studierte Geschichte, Politikwissenschaft und Germanistik. Seit 2008 ist er Mitarbeiter der Mobilen Beratung im Regierungsbezirk Münster – gegen Rechtsextremismus, für Demokratie (Mobim). Außerdem ist er pädagogisch-wissenschaftlicher Mitarbeiter im Geschichtsort Villa ten Hompel der Stadt Münster. Sein dortiger Schwerpunkt ist die politische Bildungsarbeit für Jugendliche und Erwachsene.

Advertisements